2015---Gott Amun







Amun (auch Amon, Amoun, Ammon, Amen oder seltener Imenand)
ist der Wind- und Fruchtbarkeitsgott der altägyptischen Religion.
Amun ist nicht zu verwechseln mit Ameni, einem Beinamen des Re.






Herkunft
Amun ist seit dem Alten Reich gemeinsam mit Amaunet belegt:
Amun und Amaunet schützen ihre Götter mit ihrem Schatten.
[1] Er stieg in der 11. Dynastie zur Lokalgottheit Thebens auf.
Nachdem die Familie der Hermonthen den Bürgerkrieg
der Ersten Zwischenzeit für sich entschieden hatte,
versuchte sie Theben eine hinreichende Legitimation
zu verschaffen.









Zu Beginn der 12. Dynastie wurde die neue Hauptstadt
Theben in den Norden verlegt. Sesostris I. erweiterte
nach der Verlegung von Theben den dort errichteten Tempel
des Amun.









Darstellung[
Gottheit mit Widderkopf, wahrscheinlich Amun,
im Louvre Amun wurde in der Vor-Amarna-Zeit
als normale Menschengestalt mit Krone
und Stab dargestellt.









In der Nach-Amarna-Zeit, mit blauer Farbe
und mit doppelter Federkrone
aus zwei aufrechtstehenden Pfauenfedern.
Die blaue Haut soll die Luft und die Schöpfung symbolisieren.
Das Volk verehrte ihn eher in seiner Urversion als Widder,
Gott der Herden und Weiden und deren Fruchtbarkeit.







Liegende Widdersphingen auf Podesten säumten
zum Beispiel in Karnak die Wege zum Tempel.
Manchmal wurde er auch in Menschengestalt
mit Widderkopf dargestellt.








Tägliches Opferritual
In Karnak wurde für Amun während des Neuen Reiches
das nachfolgende tägliche Opferritual vollzogen:







Verlassen des Sanktuars, danach Aufbrechen des Scheinsiegels
und Zurückziehen des Türriegels, Öffnen der Scheintür
Aufstellen des Feuerbeckens, danach Verbrennen
von Weihrauch und Fett Herrichten des Grillfleisches
und des Bratspießes Anheizen der Glut mit einem Fächer,
danach Ablöschen mit Bier Darbringen von Weißbrot,
Gebäck, Bier, Wein und Milch Reinigung des Gottesopfers
mit erstem Trankopfer und Räucherung








Zweites Trankopfer und Begrüßung mit dem Nemset-Krug
Räucherung mit Weihrauch und Myrrhe
Präsentation des täglichen Normalmenüs
Ausrufen des Opfers und Anrichten des Opfertisches
und Trankopfer Verbrennen der Myrrhe
und Beschwörung des Gottes Schließen der Scheintür
Beschwörung des Gottes und Ausrufen des Opfers,
Besprengen der Wände mit Wasser







Anruf an die Götter, Verwischen der Fußspur
und Verriegeln der ScheintürTrankopfer
und Räucherung für Re Vorbereitung des Opferumlaufes:
Herrichten des Altars der Könige
Rückkehr in das Sanktuar für den Opferumlauf
Trankopfer und Räucherung nach dem Umleiten der Gaben
Ausleuchten des Sanktuars mit einer Fackel,
danach Auslöschen der Fackel Beschwörung
der Opfergaben und Abendgesang







Bezüge
In Theben wurde auch als Gattin des Amun die Lokalgöttin Mut
und der Sohn des Paars, der vogelköpfige Mondgott Chons verehrt.






Bedeutung bei anderen Völkern
Die Griechen identifizierten Amun mit Zeus,
die Römer später mit Jupiter. So blieb der Amun-Kult
auch nach dem Niedergang des ägyptischen Reichs
noch einige Zeit erhalten.







Amun in Nubien
Amun war einer der bedeutendsten Götter in Nubien.
Seine ursprüngliche nubische Gestalt war die eines Widders.
Eine widdergestaltige Sonnengottheit lässt sich schon für das Nubien
der schriftlosen Kerma-Kultur nachweisen.







Die Widdergestalt wurde von den Ägyptern
dann nach der Eroberung Nubiens übernommen.
In späterer Zeit hieß Amun in der meroitischen Sprache,
der Sprache Nubiens, Amani. Der Name Amani fand
sich auch in zahlreichen nubischen Personennamen
wie Tanwetamani, Senkamanisken Anlamani, Arkamani,
Amanitore, Amanishakheto oder Natakamani wieder.







Der nubische Amun besaß viele verschiedene Erscheinungsformen,
die durch bestimmte identitätsstiftende Kronen
identifiziert werden können. Bekannte Formen sind:
der Amun von Napata, auch als Armun
des Gebel Barkal bekannt
und Hauptgott der napatanischen Dynastie,
der Amun von Naga, der in meroitischer Zeit ebenfalls
die Krone des Amun von Napata trug,
der Amun von Kawa, dessen Beiname
„Löwe über dem Süden“
lautete, der ein alter Löwengott war







Und der in meroitischer Zeit
sowohl als Widder als auch als Löwe auftreten konnte,
der nur in meroitischer Zeit spärlich erwähnte Amun von Meroë,
der ein alter Mondgott sein könnte,
und der ebenfalls in Nubien verehrte Amun von Theben,
der gemeinsam mit seiner Gefährtin Mut
und seinem Sohn Chons in Napata verehrt wurde.







In der griechischen Mythologie
Stele des Amun in drei Erscheinungsformen (Mensch, Gans, Widder)
(Spätzeit, 25. Dynastie, um 700 v. Chr.; Fundort: Abydos,
heute Ägyptisches Museum Berlin)
Amun war ein sagenhafter König von Libyen. Er hatte Rhea,
die Tochter des Uranus und Schwester des Kronos, zur Gattin.







Später wurde er seiner Frau mit Amaltheia untreu.
Daraus entstand deren Sohn Bacchus, den sie der Eifersucht der Hera
entziehen mussten und ihn deshalb nach Nysa (ein mythischer Berg) brachten.
Hier erhielt das Kind den Namen Dio-Nysus (Dionysos)
und wurde von Nymphen aufgezogen. Nach seinem Tod
wurde Amun dann unter die Götter aufgenommen.









 
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