2015---Budei












Budai (chinesisch 布袋 Bùdài, W.-G. Pu-tai „Stoffsack“, jap. Hotei)
ist eine populäre Figur der chinesischen und japanischen Volksreligion,
in Japan zählt er unter anderem zu den Sieben Göttern des Glücks
(Shichi Fukujin). Sein Name bezieht sich auf sein Markenzeichen.











Er wird zumeist als dickbäuchiger, lachender Mönch dargestellt
und auch als „Lucky Buddha“ (Glücksbuddha)
oder „Laughing Buddha“ (lachender Buddha)
bezeichnet. Budai/Hotei ist chinesischen Ursprungs
und geht zurück auf die halb-legendäre Gestalt
des aus der Stadt Fenghua ( Provinz Zhejiang)
stammenden Mönchs Qici (chinesisch 契此
Qìcǐ, W.-G. Ch'i-tz'u, jap. Keishi),
der als wandernder Bettelmönch
im 10. Jahrhundert lebte und auch noch
nach seinem Tod gelegentlich gesichtet worden sein soll.










Er wird vor allem im Chan-Buddhismus,
dem chinesischen Vorläufer des japanischen Zen,
verehrt und gilt als eine Inkarnation
des „Buddhas der Zukunft“ (Maitreya).










In China ist diese aus dem indischen Buddhismus stammende,
messianische Buddha-Figur daher heute
eng mit der Gestalt des Budai verbunden.
(Nicht zufällig bedeutet der fast homophone Ausdruck
布道 (budao), '
den Weg der Wahrheit predigen',
aber im Vordergrund steht heute
eher das beinahe homophone
布菜 (bucai) 'Essen austeilen'.)












In Japan wurde Hotei im Zuge des Zen-Buddhismus populär,
doch ist die Assoziation mit dem Buddha
der Zukunft nicht ganz so eng wie in China.
Der bekannte Zen-Maler Hakuin fand in Hotei
eines seiner Lieblingsmotive.










In der Edo-Zeit verlor Hotei seine
rein buddhistische Identität und wurde
– zumindest im Verein mit den anderen Glücksgöttern
– auch in Shinto-Schreinen
als eine Art einheimische Gottheit (Kami) angebetet.












Nach wie vor ist die Figur des lebenslustigen Hotei
aber auch in Zen-Tempeln zu finden.
Als stets gut gelaunter, besitzloser Mönch
stand Budai/Hotei ursprünglich
für die Tugend der Selbstgenügsamkeit.
Sein prall gefüllter Sack, in dem er seine Almosen verstaut,
schien zu besagen, dass der,
der mit wenig zufrieden ist,
den größten Schatz besitzt.











Er gilt auch als Buddha(aspekt),
der dem einfachen Volk zugewandt ist
und die in seinem Sack gesammelten Almosen
an Kinder und Arme weitergibt.











So wird er auch teilweise als Symbol
für den sozial engagierten Buddhismus genommen.
Im Rahmen der chinesischen und japanischen Volksreligion
hat sich Budai aber von diesem buddhistisch-mönchischen Ideal
entfernt und wirbt heute z. B. in vielen Restaurants
für herzhafte kulinarische Genüsse.









Es soll Glück bringen, einer Budai-Figur
über den Bauch zu streichen.
Auf vielen Darstellungen ist er im Kreis
von Kindern zu sehen – eine Art
asiatischer Nikolaus bzw. Weihnachtsmann.
























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